Vast vasteste - Hand in Hand in NRW

Grundstein des Landesprogramms Vast vasteste – Hand in Hand in NRW ist der Brückenbau in die Community neu zugezogener Familien aus Südosteuropa, die oftmals der Roma-Community angehören, hinein. Strukturelle systemimmanente Hürden an den Grundschulen sollen erkannt und abgebaut werden, damit die neu zugewanderten Familien Unsicherheiten und Ängste gegenüber dem Schulsystem überwinden können. Dies gelingt durch eine enge Kooperation zwischen Lehrkräften und Mediator*innen. An den Grundschulen sollen Unterstützungsstrukturen entstehen, die auch kommunale Strukturen und Angebote im Viertel aufgreifen können.

Strukturell baut das Landesprogramm Vast vasteste – Hand in Hand in NRW auf der Kooperation von Land und Kommune auf: Seitens des Schulministeriums werden Stellenanteile an den teilnehmenden Grundschulen bereitgestellt. Die entsprechenden Lehrkräfte erarbeiten dann unter Beteiligung von Mediator*innen an ihrer Schule Konzepte, die eine Zusammenarbeit mit den Eltern aus den zugewanderten Familien auf niederschwelligem Zugangsniveau ermöglichen. Diese migrationssensiblen Schulentwicklungsprozesse werden vom gesamten Kollegium mitgetragen und umgesetzt und sollen auch in das Schulprogramm einfließen. Die Mediator*innen für das Landesprogramm Vast vasteste – Hand in Hand in NRW werden von der Kommune eingestellt und qualifiziert. Ihre Aufgabe ist es, eine Brücke zwischen der Schule und den Familien zu bauen. Vorbehalte gegenüber der Schule sollen ab- und Vertrauen aufgebaut werden. Dies ist gerade vor dem Hintergrund wichtig, dass viele Roma-Familien in den Herkunftsländern strukturelle Diskriminierung erfahren mussten, weshalb sie oft wenig Vertrauen in staatliche Strukturen haben.

Oberstes Ziel des Landesprogrammes ist neben der migrationssensiblen Schulentwicklung an den teilnehmenden Grundschulen die schulische und sozialräumliche Förderung von neu zugewanderten Kindern aus Südosteuropa und Kindern in vergleichbaren Lebenslagen sowie die Verbesserung der sozialen und schulischen Teilhabe dieser Schüler*innen.

Die Landeskoordination des Projektes Vast vasteste – Hand in Hand in NRW ist in der Landesstelle Schulische Integration verortet. Die Landeskoordination berät und begleitet die teilnehmenden Kommunen und Schulen bei der Umsetzung und Etablierung lokaler Steuerungsstrukturen. Sie sichert die Qualität des landesweiten Schulmediationsansatzes durch Rahmenvorgaben, Sicherstellung eines Informations- und Erfahrungsaustausches und durch die Organisation verschiedener Vernetzungsformate auf regionaler und überregionaler Ebene.

Am 28. September 2023 fand im Kongress Dortmund die Jahrestagung des Landesprogramms Vast vasteste – Hand in Hand in NRW statt, an der in diesem Jahr auch Herr Staatssekretär Dr. Mauer sowie zahlreiche Vertreter*innen von Migrantenselbstorganisationen der Roma-Community teilnahmen. 

Der Tag begann für die Teilnehmenden der Schulen des Landesprogramms mit einem Erfahrungsaustausch zu verschiedenen Schwerpunkten der Arbeit an den Schulen. Schulleitungen, Lehrkräfte und Mediator*innen teilten ihre Erfahrungen und Ideen bezüglich der Einbindung von Eltern aus Südosteuropa in schulische Prozesse, über das Einbringen von Romanes in den Schulalltag und weitere Schritte der zielgruppensensiblen Schulentwicklung. Diese Austauschphase ermöglichte es den Teilnehmenden, kommunenübergreifende Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen.

Im Mittagsplenum begrüßte Herr Staatssekretär Dr. Mauer die Anwesenden und unterstrich in seiner Rede die Wichtigkeit der Entkopplung von Bildungs- und Teilhabechancen von der Herkunft eines Kindes. Er machte deutlich, dass dieses Ziel in Deutschland und Nordrhein-Westfalen noch nicht erreicht ist. Programme wie Vast vasteste – Hand in Hand in NRW seien aber ein wichtiger Beitrag dazu, die Bildungschancen für Kinder aus Südosteuropa, die zu einer der am meisten von Armut und Ausgrenzung betroffenen Gruppen gehören, zu verbessern. 

Frau Stahl, die Leiterin der Landesstelle Schulische Integration, betonte ebenfalls, wie wichtig es ist, die vorhandenen Potenziale der Kinder zu erkennen und zu fördern. Sie skizzierte ein umfängliches Bildungsverständnis, welches die vielfältigen Zugehörigkeitserfahrungen und auch die Mehrsprachigkeit der Kinder berücksichtigt und welches daher auf einer potenzial- und nicht defizitorientierten Förderung basiert. Die Landesstelle Schulische Integration wirkt unter anderem durch das Landesprogramm Vast vasteste – Hand in Hand in NRW darauf hin, Unterstützungsstrukturen zu etablieren, damit alle Kinder durch Partizipation Selbstwirksamkeitserfahrungen machen können und somit letztendlich auch einen erfolgreichen Bildungsweg beschreiten können. 

Unter dem unten beigefügten Link finden Sie weitere Informationen und einige Fotos zum Verlauf des Tages.

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